Resonanzen


Drehpunkt Kultur | 14.02.2006 | Heidemarie Klabacher
Von eins bis dreiundzwanzig
Das Mozart Quartett Salzburg eröffnete am Freitag (10.02.) im Tanzmeistersaal seinen Zyklus "Mozart 23"

Ein Streichquartett mehr als Opern, dafür weniger personeller und sonstiger Aufwand - dennoch ein ehrgeiziges Projekt einer jungen Kammermusikformation: Das "Mozart Quartett Salzburg" hat sich mit dem Projekt "Mozart 23" die chronologische Aufführung aller 23 Streichquartette des Jahresregenten im Mozartjahr vorgenommen.

Der Auftakt am Freitag (10.2.) im Tanzmeistersaal hat restlos für das Projekt eingenommen, die Zuhörer begeistert und beschwingt - und mit begründeten Erwartungen auf weitere Begegnungen neugierig werden lassen.

Dabei stand der Abend zunächst scheinbar unter keinem guten Stern, war doch Joanna Kamenarska, die Primgeigerin des Mozart Quartett Salzburg, verhindert. Doch hätte man nicht vorher erfahren, dass Martin Valek, vom Epoque Quartett Prag, kein Stamm-Mitglied ist, wäre man nie auf die Idee gekommen, dass der Primarius dieses Abends ein einspringender Gast ist.

Auf dem Programm standen das Streichquartett KV 80 (entstanden auf der ersten Italienreise des Vierzehnjährigen "zu Lodi abends im wirtshaus"), das Flötenquartett KV 285 und die Divertimenti KV 136 und KV 138 von Mozart, sowie das Flötenquartett in D-Dur von Michael Haydn.

Wie aus einem Guss waren diese Wiedergaben: fein in der Adagio-Kantilene, zupackend und kräftig im Allegro oder Presto, differenziert und reflektiert in der Phrasierung, kontrolliert in der Lautstärke - dabei immer durchhörbar. Das Vibrato wurde nicht als Dauerton, sondern sehr gezielt zur bewussten Klangestaltung eingesetzt. Die vier Streicher Martin Valek, Georges Emmanuel Schneider, Sascha Bota und Matthias Michael Beckmann bestachen mit perfekter Balance, mit sicht- und spürbarer Freude am gemeinsamen Musizieren und mit sorgfältigstem aufeinander Hören. - Was auch für die Interpretation der beiden Flötenwerke gilt: Michael Martin Kofler übernahm die Führung: virtuos und sicher, dabei behutsam sich in die Klangbalance einfügend - ohne die Streichinstrumente auf reine Begleitfunktion zu verweisen, was beim Haydn-Quartett nahe liegend wäre.

Ein besonderer Bonus für diesen Zyklus ist die Größe des Tanzmeistersaales, der mit maximal 120 Plätzen noch mehr als der Wiener Saal die für Kammerkonzerte angebrachte Intimität fördert.


Drehpunkt Kultur | 12.12.2005 | Gottfried Franz Kasparek
Mit Temperment und leuchtenden Farben
Das Mozart Quartett Salzburg brach am Freitag (9.12.) im Tanzmeistersaal eine Lanze für Tschaikowskij

Das Mozart Quartett Salzburg hat offensichtlich einen schlechten Termin erwischt, denn der Tanzmeistersaal in Mozarts Wohnhaus war am Freitag (9.12.) sehr schütter besetzt. Fenstertag? Überfütterung mit Adventkonzerten? Wie auch immer, es war schade, dass so wenige Leute gekommen waren. Die allerdings jubelten am Ende so ausdauernd, dass der dritte, explosiv tänzerische Satz von Pjotr Iljitsch Tschaikowskijs Erstem Streichquartett wiederholt werden musste.

Tschaikowskijs Quartette sind aus unerfindlichen Gründen hierzulande kaum gespielte Meisterwerke, in denen höchste romantische Expressivität sich mit grandios beherrschter klassischer Form auf das Schönste und Originellste verbindet. Das Mozart Quartett (...) steigerte sich zu einer mitreißenden Leistung, angeführt von der ihr ganzes slawisches Temperament herrlich ausspielenden Primaria Joanna Kamenarska. Wunderbar, wie samtweich und voll innerlich leuchtendem Klang das Andante cantabile mit seiner in die Tiefen der Seele gehenden „großen Tschaikowskij-Melodie“ und wie leidenschaftlich, aber frei von falschem Pathos die Eruptionen des Finalsatzes daherkamen. Das war ein eindringliches Plädoyer für einen bedeutenden Komponisten, den man nicht als bloßen Effektmusiker unterschätzen sollte – und für ein Kammermusik-Oeuvre, welches auch in der Mozart-Stadt gepflegt gehört. Schließlich war der russische Meister ein bekennender Mozart-Liebhaber, was man seinen Formkünsten gerade in diesem Genre auch anmerkt.

Übrigens liegt auch im „Hoffmeister-Quartett“ (KV 499) von Mozart bereits manch romantische Ahnung. Matthias Beckmann und sein Quartett spielten das mit unprätentiöser Sicherheit. Begonnen hatte das Konzert mit den Sechs ländlerischen Tänzen KV 606, also einem „Urwalzer“ statt der angekündigten „Mozartisten“ Joseph Lanners, die dem Wechsel in der Besetzung zum Opfer fielen, aber in der nächsten Saison nachgeholt werden sollen. Da passen sie auch gut dazu, denn das Mozart Quartett spielt in zehn Konzerten alle 23 Streichquartette des Genius loci und Musik aus Mozarts Zeit und der unmittelbaren Nachfolger. Das erste Konzert im Tanzmeistersaal ist am 10. Februar 2006. Ein ehrgeiziges Projekt. Schön, dass auch das Quartett von Alexander Borodin auf der Wunschliste der Musiker steht. Mit Mozart-Kompetenz und Einsatz für in Salzburg vernachlässigte Bereiche ist das eigene Profil des Ensembles trefflich vorgezeichnet.


Drehpunkt Kultur | 07.12.2005 | Gottfried Franz Kasparek
Mozarts "Popmusik"
Kleine Nachtmusik, wieder einmal, aber sehr erfrischend

Eine neue CD mit Mozarts unvermeidlicher, unverwüstlicher, unsterblicher „Kleiner Nachtmusik“? Man ist geneigt, sie zur Seite zu legen. Aber man sollte sie aufmerksam hören, diese mittlerweile vierte, soeben erschienene CD des Mozart Quartetts Salzburg. Denn das Ensemble spielt diese geniale „Popmusik“ mit musikantischer Frische und feinem Gefühl, legt voller Temperament, Vitalität und stilistischer Sicherheit eine wahre Kostbarkeit vor. Joanna Kamenarska und Bozena Angelova, Violine, Eva-Maria Zwick, Viola und der Cellist und Initiator des Quartetts, Matthias Beckmann, führen vor, wie anregend vermeintlich Abgespieltes klingen kann, dabei ganz natürlich und ohne jede falsche Bedeutsamkeit.

Noch dazu bietet die CD auch Rareres aus Mozarts unerschöpflicher Werkstatt, nämlich das Divertimento in D-Dur KV 205 samt dazu gehörigem Marsch KV 290. Die Naturhornisten, Radovan Vlatkovi? und Markus Hauser, fügen sich unaufdringlich und mit schönen, warm leuchtenden Klängen zum Quartett dazu. Das erzeugt richtig Lust auf warme Sommerabende in lauschigen Gärten. Im Winter tun es auch wohlige Kamine in schönen Räumen und die heiter-besinnliche Serenadenstimmung ist perfekt. Als köstliche Draufgabe gibt es das von Johannes Krall kundig arrangierte und mit Bassfundament versehene Menuett aus dem „Don Giovanni“. Insgesamt eine edle Hommage an den zeitlosen Unterhaltungsmusiker, der ebenfalls Mozart heißt.


Drehpunkt Kultur | 02.11.2004 | Reinhard Kriechbaum
Zu viert und zu fünft auf der Jagd
Das Mozart Quartett Salzburg und Radovan Vlatkovic am Freitag, 29.10. im Tanzmeistersaal

... Das Mozart Quartett Salzburg gestaltet in diesem Herbst einen von der Salzburger Konzertgesellschaft veranstalteten Zyklus im Tanzmeistersaal (Mozart-Wohnhaus). Am Freitag war "Auf der Jagd" das Thema. An Jagdhorn-Signale erinnernde Motive waren durchaus in Mode in der Wiener Klassik, als die Streichquartettform herausgebildet und rasch zur künstlerischen Höhe geführt wurde. Dafür standen in der Programmfolge Haydns allererstes Quartett, das Divertimento in B-Dur, op.1/1, das den Beinamen "La Chasse" trägt, und Mozarts "Jagdquartett", KV 458.

Kernig im Ton und mit dem nötigen musikantischen "Input" haben sich die vier jungen Spieler vor allem dem merklich akkurat geprobten "Jagdquartett" gewidmet. Die komplex strukturierten Dialoge haben dem Ensemble das beste Zeugnis ausgestellt. Besonders aussagekräftig erschien mir der Adagio-Satz, denn da konnte das Mozart Quartett in überlegter Phrasierung und sicherer dynamischer Gewichtung eine hohe "Gesprächskultur" beweisen. Sehr schön auch der Trio-Teil im Menuett, anschaulich "sprechend" in Geige und Cello, genau tariert dazu die Staccati der anderen Instrumente.

Haydns "La Chasse" steht naturgemäß von der kompositorischen Originalität her deutlich unter dem berühmten Werk von Mozart (es ist eben ein Jugendwerk). Aber wenigstens im Finale blitzt Haydn als der offenbar zum Ohrenkitzler geborener Musikschöpfer auf - und mit diesem pointiert-sprunghaften Satz konnte auch diese Gruppe punkten...


Salzburger Nachrichten | 03.08.2002 | Karl Harb
Mozart aus Salzburg
Neue Aufnahmen mit Künstlern aus der Mozartstadt

Mozart aus Salzburg ist ein verkaufsförderndes Etikett. Es verspricht sozusagen bodenständige Authentizität, Verankerung in einer ortbaren Tradition. Ensembles aus Salzburg werden damit zu Botschaftern von Mozarts Musik. Das setzt verantwortungsvollen Umgang mit dieser Verpflichtung voraus. Erst dann wird aus dem schönen Etikett ein wahres Gütesiegel.

Mozarts Beiträge für das Streichquartett in den Kontext der Entwicklung der Kammermusik der Zeit zu stellen ist Aufgabe und Anspruch einer Salzburger Konzertreihe bis 2006 mit dem aus Musikern der Camerata und des Mozarteum Orchester gegründeten "Mozart Quartett". Die Ergebnisse sollen auch auf CD dokumentiert werden, eine erste Folge, "der frühe Mozart" im Vergleich zu aparten Stücken von Sammartini, Michael Haydn und, besonders kostbar, Boccherini, ist soeben erschienen.

Man spielt beherzt und zupackend, frisch und lebendig. (...) weiterer Aufmerksamkeit wert. (mozartiana classics)


Wasserburger Zeitung | 22.05.2002 | Engelbert Kaiser
Leibfrisches Zusammenspiel
Mozart Quartett Salzburg bei Schlosskonzert in Amerang

Nach längerer Abstinenz war der Berichterstatter doch endlich wieder Gast im edlen "Scaliger-Hof" von Schloss Amerang, bei dem sich die Optik und Akustik gleich hochwertig die Waage halten. Viele Kammermusikensembles kommen deshalb immer wieder gern nach Amerang, um dort zu musizieren, so auch das Mozart Quartett Salzburg, diesmal zusammen mit dem Querflötisten Bernhard Krabatsch.

Ihr Programm "Mozart in Italien - der Zauber des Südens" umrahmten die Musiker mit zwei frühen Streichquartetten von Wolfgang Amadeus Mozart, den "Eckstücken" (KV 155 und KV 160) aus der ersten Sechsergruppe von Quartetten, entstanden 1772/73 im Umkreis der zweiten Italienreise. Diese dreisätzigen Kostbarkeiten mit ihren sehr persönlich gefärbten Mittelsätzen zeigen die nonchalante Meisterschaft des jungen Mozarts. Das Mozart Quartett spürte ihr geschmeidig nach und die beiden Werke klangen, als seien sie gerade frisch aus Wolfgang Amadés Werkstatt gekommen.

Aus dieser stammte auch das Flötenquartett D-Dur KV 285, ein Auftrags-Gelegenheitswerk: einem divertimentohaften Allegro folgte ein wundervolles, pizzicatobegleitetes Flötenständchen, das in ein lebfrisches Rondo Allegretto mündete. Besonders im Mittelsatz begeisterte der konzentriert-reine Flötenton von Bernhard Krabatsch, der seine Soli ausformulierte, ohne auch nur einen Hauch von Atem hören zu lassen. Das folgende zweisätzige Flötenquintett G-Dur op. 55 von Luigi Boccherini bot dem Soloflötisten des Mozarteum Orchesters reichlich Gelegenheit, mit den Mitgliedern des Streichquartetts im Duo oder Terzett zu musizieren.

Nach der (im gepflegtem Ambiente verbrachten) Pause folgte das Streichquartett h-Moll op. 40/3 von Boccherinis Musikfreund Guiseppe Cambini, das, von gleicher Spielfreude geprägt, doch schon klassisch angehaucht ist. Ein nachdenkliches, unglaublich dicht und gerade gespieltes Largo mit Vibrato nur an den unbedingt nötigen Stellen und ein nochvirtuoses Presto mit einem rasanten Schluss zeigte die Musikerintelligenz und -freude des Mozart Quartetts erneut auf.

Gioacchino Rossini schrieb seine Quartette zur hauseigenen musikalischen Unterhaltung. Auch sein Flötenquartett G-Dur Nr.1 blühte wahrscheinlich nur im Verborgenen. Auch hier war wieder der langsame Satz die verzaubernde Mitte des Werkes - wer solche Kammermusik zu schreiben weiß, hätte sich eigentlich nicht "in Opern verzetteln" sollen!

Als Zugabe bei diesem Konzert voller Spielwitz und Largo-Konzentration belohnte das schlichte Menuett aus Mozarts-Quartett-ERstling KV 80 den freudigen Beifall der Zuhörer.


News ORF Religion | 02.05.2002
Mozart goes Africa
Event 2002

Es war ein tragisches Ereignis, das zum Anlass eines engagierten Hilfsprojektes wurde: 1999 erfroren zwei afrikanische Buben – auf der Flucht "in ein besseres Leben" - im Fahrwerksschacht eines Flugzeuges. Bei sich hatten die beiden Kinder einen Brief mit der Bitte, Afrika zu helfen. Die Mitglieder des Mozart Quartett Salzburg folgten dieser Aufforderung. Vom Erlös jeder verkauften CD spenden die Musiker fünf Euro für Hilfsprojekte in Afrika.

Der Tod der beiden Buben bewegte Matthias Beckmann, Cellist und Gründer des Mozart Quartetts Salzburg dazu, Hilfsprojekte in Westafrika nicht nur über ein eigenes Spendenkonto zu unterstützen, sondern auch einen Teil der Einnahmen aus dem CD-Verkauf des Mozart Quartetts dafür zu Verfügung zu stellen. Mit 5 €uro pro verkaufter CD fördert das Quartett nun Schulprojekte in Afrika als Hilfe zur Selbsthilfe. Unterstützt werden Projekte in den Dörfern der Casamance im Süden Sénégals und in Guinea. Um das in Österreich gesammelte Geld werden unter anderem Schulbücher und Schreibmaterial angeschafft.

Spendenkonto: "Mozart goes Africa"
Oberbank Salzburg KtoNr. 4651 404 255, Blz: 15090,

TV-Tipp: KreuzundQuer, 05.02.2002,: Endstation Europa


Schwetzinger Woche 12 | 21.03.2002
Ein kleines, aber feines Ensemble
Konzert der Mozartgesellschaft

(aw). Dies ist - auf einen einfachen Nenner gebracht - das, was das Mozart Quartett Salzburg am Samstag im Tanzsaal beim Schwezinger Schlosskonzert als Eindruck hinterließ.
Feinfühlig und akurat spielten sie ein ausgesuchtes Programm, beginnend mit dem ersten Streichquartett Mozarts - ein hörbares Frühwerk des 14-Jährigen - entstanden auf seiner ersten Italienreise und beendet in einem Gasthaus in "Lodi". Stark beeinflusst durch die italienische Musik und seinen Zeitgenossen Giovanni Battista Sammartini, dessen Quartetto Sinfonico G-Dur sich dann auch gar nicht so sehr unterscheidet, wenn auch in der Klangvielfalt schon ausgereifter.

Im Mittelteil erfährt das Mozart Quartett eine Bereicherung durch den Flötisten Michael Martin Kofler. Die Musiker - alle im gleichen Alter - sind sich bestens bekannt, ist doch der weltberühmte Solist der Münchner Philharmoniker Dozent am Mozarteum in Salzburg. Das Flöten-Quartett in D-Dur von Joseph Haydns jüngerem Bruder Michael und Mozarts Flöten-Quartett C-Dur KV 285 b (Anhang 171) werden lebendig von dem versierten Musiker mit seiner goldenen Flöte dargeboten. Seine flotte Fingerfertigkeit und muntere Spielweise reißen das Publikum mit und zu begeistertem Applaus hin.

Nach der Pause stehen nochmals ein Streichquartett von Mozart, KV 155 - diesmal aus der Periode der dritten Italienreise - und der alte Meister Joseph Haydn auf dem Programm, dessen viersätziges Streichquartett in D-Dur den würdigen Abschluss bildet. Reich an Figuartion ist dieses Opus 66, besonders hervorzuheben das "Adagio: Cantabile e sostenuto" in seinem ganzen Erfahrungsschatz des Komponisten. Mit Mozarts "Salzburger Melodie", dem Allegro die molto aus KV 137, verabschiedete sich dieses begabte und sympathische Quartett aus Schwetzingen.


Rhein-Neckar-Zeitung Heidelberg | 19.03.2002
Ein Kammerkonzert der Extraklasse
Vier Musiker begeisterten im Tanzsaal beim Frühlingskonzert der Schwetzinger Mozartgesellschaft

Schwetzingen. Klangliche Schönheit in subtiler Ausführung und glasklares faszinierendes Spiel von höchster technischer Brillianz präsentierten der weltweit anerkannte Flötist Michael Martin Kofler und das Mozart Quartett Salzburg in einem Kammerkonzert der Extraklasse mit Frühwerken Wolfgang Amadeus Mozarts und Kompositionen der mit dem Salzburg Wunderknaben persönlich bekannten Komponisten Giovanni B. Sammartini, Joseph Haydn und Michael Haydn.

Die fulminant gegebenen Stücke wurden leuchtend expressiv, klangsinnlich und dynamisch mit fesselnd differenzierter Artikulation zur Geltung gebracht. Zwischen überwältigend ausdrucksintensivem, allerfeinst nuanciertem Flötenspiel und selbstbewusst strahlenden Streicherkängen wurde ohrenfällig unter Beweis gestellt, dass die Mozartgesellschaft auch im kammermusikalischen Bereich immer wieder Hervorragendes auf höchstem Niveau parat hat.

Das frühklassische Konzertprogramm wurde mit W.A. Mozarts Erstling unter seinen berühmten Streichquartetten, dem während seiner ersten Italienreise entstandenden "Lodi Quartett" (G-Dur, KV 80), eröffnet. Sogleich erlag man dem Zauber der leichtgewichtig und tonschön in seidig-glänzenden Streicherfarben zu vernehmenden Interpretation dieser eher divertimentohaften Folge von Adagio, Allegro, Menuetto und Rondo. Das Werk geht auf Mozarts Kontakt mit dem damals berühmten Mailänder Musiker Giovanni Battista Sammartini zurück, und so folgte dessen "Quartetto Sinfonico G-Dur" als ein Werk des reifen, spätbarocken italienischen Stils in höchst wirkungsvoller Wiedergabe.

Anders als sein Bruder Joseph kam Michael Haydn auch in seiner Musik kaum aus dem engen Salzburger Kreis heraus, doch bewegt sie sich auf hohem Standard der Zeit und repräsentiert einen sehr reizvollen Teil der musikalischen Landschaft. Der international erfolgreiche und vielfach ausgezeichnete Flötist Michael Martin Kofler offenbarte sein überragendes Können in Michael Haydns amüsantem "Flötenquartett D-Dur", einem interessanten Dokument der Gattung, der auch Mozart seinen Tribut gezollt hat.
In beflügelter Musizierlaune, von exquisit harmonisierenden Musikern zu Gehör gebracht, erreichte das Stück die erwartungsvollen Ohren überwältigend lebendig-beredt und in schillernden Klangfarben erstrahlend.

Der brilliante Solist ging in ungewöhnlicher Weise im Spielstück auf, wurde ganz eins mit dem Werk. In einem weiteren wundervollen leichtgewichtigen Flötenständchen offenbarte der Dozent am Mozarteum Salzburg und erste Soloflötist seine Kompetenz dominant und kunstgenussreich in Mozarts "Flöten-Quartett C-Dur KV 285 b". Das Publikum sparte nicht mit Lob und Anerkennung.

Im zweiten Programmteil waren die Streicher dann wieder zu viert zu bewundern und ließen sowohl in Mozarts "Streichquartett G-Dur KV 155" als auch in Joseph Haydns "Streichquartett G-Dur op. 64/4" nicht den Hauch eines Zweifels an der herausragenden interpretatorischen Fertigkeit des "Mozart Quartetts" aufkommen. Sie präsentierten das zu Mozarts "grandiosen melodischen Einfällen" zählende Fragment KV 155 ebenso zupackend wie das der Musik Mozarts nahe Werk aus der Feder Joseph Haydns.

INFO: Das Ensemble ist mit diesem Werken auch auf CDs zu hören. Mit dem Verkauf ihrer CDs unterstützen Michael Martin Kofler und das Mozart Quartett ein Bildungsprojekt im Senegal. Das Motto des Hilfsprojekts für die Menschen im Senegal und gegen den Ausverkauf Mozarts lautet "Mozart goes Africa".

Antje Dreyer-Pultar


Schwetzinger Zeitung | 19.03.2002
Freude am Spiel mit reichem Beifall belohnt
Schlosskonzert mit Michael Martin Kofler und dem Mozart Quartett Salzburg

Zu Gast im Tanzsaal des Schlosses waren der inzwischen weltweit gerühmte Flötist Michael Martin Kofler und das aus Mitgliedern der Camerata Salzburg und des Mozarteum Orchesters bestehende Mozart Quartett Salzburg. Auf dem sorgfältig konzipierten, kurzweiligen Programm standen Werke des jungen Wolfgang Amadeus Mozart und dreier Zeitgenossen, die seinen musikalischen Werdegang begleitet haben.

Mittel- und Höhepunkt bildeten zwei Kompositionen für Flöte, Violine, Viola und Violoncello: Das dicht gewobene quicklebendig musizierte Flötenquartett in D-Dur von Michael Haydn, dem jüngeren Bruder Joseph Haydns, und das mit musikalischen Einfällen reich ausgestattete Flötenquartett C-Dur KV 285 b (Anhang 171). Einundzwanzig Jahre alt war Mozart, als er - während seines Aufenthaltes in Mannheim - dieses Werk komponierte.

In hochkonzentriertem Zusammenspiel fügten die vier Musiker die drei Sätze zu einem kleinen Mozart-Kosmos zusammen. Insbesondere der schlanke Variationen-Satz bot jedem Spieler in ausgewogener Balance Gelegenheit, Individualität und Wohlklang ihrer Instrumente hören zu lassen. Die Flöte, perlenlegato geblasen, war mal "Zauberflöte" des "Tamino", mal pfiffiges Pfeifchen des "Papageno". Die Freude am Spiel - und am reichen Beifall - stand dem symphatischen Solisten Michael Martin Kofler ins Gesicht geschrieben. Gern hätte man ihm auch nach der Pause noch einmal gehört.

Was für die Interpretation der Flötenquartette galt, war auch zur Ausführung der reinen Streichquartette zu sagen. Das Mozart Quartett Salzburg musizierte penibel exakt, hochkonzentriert und mit viel Gespür für Gefühlsreichtum, Eleganz und Heiterkeit der Mozart´schen Musik.

Schöne Beispiele hierfür waren an diesem Abend das Streichquartett D-Dur KV 155 des erst sechzehnjährigen Mozart und das noch weit originellere Streichquartett G-Dur KV 80 (Lodi-Quartett), das Mozart 1770 im italienischen Ort Lodi niederschrieb. Da war er gerade mal vierzehn Jahre alt. - Den Rahmen des Programms bildete ein dramatisch gestaltetes Quartetto Sinfonico G-Dur des Mailänder Komponisten Giovanni Battista Sammartini (1700-1775), und Joseph Haydns weit angelegtes Streichquartett G-Dur, op. 64/4. Der betont helle Streicherklang der Violinen korrespondierte reizvoll mit dem warmen Timbre von Viola und Violoncello (Allegro).

Furioser Höhepunkt war das abschließende Finale-Presto. Nach einer Zugabe und reichlich gespendetem Beifall traten die nunmehr hochzufriedenen Konzertbesucher beschwingten Schrittes den Heimweg an. em


Schwetzinger Zeitung | 16.03.2002
Helft uns Kinder, denn wir leiden sehr
Salzburg Quartett unterstützt Hilfsprojekt

Schwetzingen. Heute, 20 Uhr, gastiert der Flötist Michael Martin Kofler und das Mozart Quartett Salzburg im Tanzsaal des Schwetzinger Schlosses. Doch das ausgesuchte Ensemble bietet nicht nur Kammermusik der feinen Art und einem durch und durch frühklassischen Programm, sondern unterstützt ein Projekt in Afrika. Unter dem Motto "Mozart goes Africa" wenden sich die Musiker nicht nur gegen den Ausverkauf Mozarts, sondern unterstützen Bildungseinrichtungen im Senegal.
Ausgangspunkt des Engagements war der Tod zweier senegalesischer Jugendlichen, die sich 1999 als blinde Passagiere in den Radkästen eines Flugzeuges versteckten und auf dem Flug erfroren.
Der 14-jährige Yaguine Coita und der 15-jährige Fodé Tounkara hatten einen Brief bei sich, der sich direkt an das "Herz Europas", an die Verantwortlichen wandte:
"Helft uns, wir leiden unheimlich in Afrika. Helft uns, wir haben Probleme und die Kinder haben keine Rechte. (...)"

Das Mozart Quartett Salzburg unterstützt mit dem Verkauf der CDs ein Bildungsprogramm im Senegal. Die Initiative soll jungen Senegalesen eine Schulbildung ermöglichen. Das heutige Programm "Mozart goes Africa" präsentiert Werke des jungen Mozart, eingebettet in den musikalischen Kontext der Werke von Michael und Joseph Haydn sowie des älteren italienischen Komponisten Giovanni Battista Samartini. Alle drei Musiker kannte Mozart persönlich. Und alle haben sie - zumindest eine gewisse Zeit lang und in Beziehung auf die Entstehung von Kammermusikwerken mitgewirkt.


Flachgauer Nachrichten | 29.11.2001
Mozart goes Africa
CD-Verkauf unterstützt Schulbildung

Eine Initiative des Mozart Quartett Salzburg soll helfen, jungen Senegalesen eine Schulbildung zu ermöglichen. Dazu wird es am 1. Dezember (19.30) im Mozart-Wohnhaus ein Konzert geben. Von jeder verkauften, neuen CD des Mozart Quartett gehen 5.- €uro in das Projekt des Vereins Ekando Kumer, der Schülerpatenschaften in Senegal betreut.
Mozart Quartett Gründer und Cellist Matthias Beckmann ist nach dem Kontakt mit zwei 15-jährigen Burschen aus Senegal berührt vom Schicksal der Afrikaner. 65 Prozent der Bevölkerung Senegals sind Analphabeten, weil sie aus Geldmangel keinen Zugang zur Bildung haben. Rund 30 Prozent der Kinder besuchen keine Schule.
Gudrun Hagen von Ekando Kumer bringt den Reinerlös persönlich nach Senegal. Um dieses Geld werden Schulbücher, Hefte und Schreibmaterial angeschafft.
Das Konzert des Mozart Quartett steht unter dem Motto "Wechselnde Ton-Arten". Zu hören sein wird Mozarts "Hoffmeister-Quartett" sowie Schuberts allererstes Streichquartett. Dazu kommen reizvolle Fagottquartette von Carl Stamitz und Francois Devienne (Stargast: Sergio Azzolini).

Nähere Infos über Ekando Kumer unter 0043-(0)662/660908 oder www.schuelerpatenschaften-senegal.at


Presse-Info | 09.06.2001
Österreichische Erstaufführung L.van Beethoven Allegretto h-Moll
Mozart-Haydn Zyklus 06.09.2001

Das Werk Ludwig van Beethovens, scheinbar längst aufgearbeitet, ist noch immer für Überraschungen gut. Ein ebenso kurzes wie gehaltvolles Stück ist erst 1999 auf dem eleganten englischen Landgut Pencarrow in Cornwall entdeckt worden.
Das Allegretto in h-Moll, ein prägnanter in sich geschlossener Quartettsatz, ist ein Juwel strenger und doch schwebend leichter Kunst in der von Beethoven selten verwendeten, von ihm als schwarz bezeichneten Tonart h-Moll.
Die offizielle Uraufführung spielte das Hagen Quartett am 03.03.2001 in Gstaad. Die österreichische Erstaufführung spielt das Mozart Quartett Salzburg am 09.06.2001 im Mozart-Haydn Zyklus 2001 im Salzburger Mozart-Wohnhaus.


Die Presse | 09.12.1999
Restloser Einsatz für die Kinder von Nicaragua

Die Freunde der Wiener Staatsoper baten zu ihrem nun schon traditionellen Adventkonzert in den ausverkauften Brahmssaal.

Auch heuer wieder stellten sich Stars und hoffungsvoller Nachwuchs in selbstloser Weise der Unicef, dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, für diese Matinee zur Verfügung. Diesmal soll der Reinerlös notleidenden, vom Hurrikan Mitch betroffenen Kindern in Nicaragua zugute kommen.

Die Sache der Jugend vertraten erfolgreich Renate Pitscheider, Sopran der Wiener Volksoper, Steven Scheschareg, seines Zeichens Bariton der freien Opernszene, und das Salzburger Mozart Quartett. Wolfgang Rot und die ausgezeichnete Kristin Okerlund begleiteten.

Ein reicher Gabentisch also für das begeisterte Publikum ebenso wie für die Kinder aus Südamerika. Peter Dusek, Präsident der Wiener Staatsopernfreunde, rechnet mit 100.000 Schilling Reingewinn.


Münchner Merkur | 23.06.1998 | Peter Vornehm
Ein ureigener Musizierstil
Das Mozart-Quartett Salzburg beeindruckte beim Töginger Kammerkonzert

Es gibt einen Grad von spieltechnischer Perfektion, der in Verbindung mit äußersters Klangkultur, subtilem Feinschliff des Zusammenspiels und persönlicher künstlerischer Aussage ein altbekanntes musikalisches Meisterwerk zu einem ganz neuen, faszinierenden Hörerlebnis werden läßt. Solches widerfuhr den vielen Zuhörern beim jüngsten Kammerkonzert im Töginger Carl-Orf-Saal.

Zu Gast war eine noch relativ junge Kammermusikvereinigung aus Salzburg, das "Mozart-Quartett". Impulsivität und Spontanität, interpretatorische Hingabe, wie ausgeprägter Sinn für Kantabilität und Synchronität sind bei hohem, wie selbstverständlichem technischen Rüstzeug die Gütezeichen des Mozart Quartetts. Eine Kammermusikvereinigung, die absolut ihren ureigenen Musizierstil gefunden hat.

Am Beginn des Programms natürlich Mozart - und hier dankenswerterweise eines seiner so gut wie nie zu hörenden Jugendwerke: Sein erstes Streichquartett, der Geniestreich eines Vierzehnjährigen, entstanden bei einem Gastaufenthalt während der ersten Italienreise.

Schon von den ersten Takten der wunderschönen Adagio-Kantilenen des Kopfsatzes an beeindruckten die absolute Übereinstimmung von PHrasierung und Dynamik, das Weiterspinnen der Melodiebögen und die lückenlosen Übergänge zwischen den einzelnen Instrumenten. Witz, Frische und geistvolle Musizierlust in den schnellen Sätzen.

Eine geschliffene, alle Feinheiten der Partitur mit Eloquenz und nicht mit "Dichte" ausbreitende Wiedergabe erfuhr ein Quartett von Beethoven. Die orchestral wirkenden Passagen zumal des Kopfsatzes wurden geschmackvoll in eine kraftvolle, aber nirgends auftrumpfende Sicht dieser Musik eingebnden. Das Scherzo-Andante mit seinen pochenden Achtel- und Sechzehntelketten erfuhr hierzu eine Auffassung als feinsinnig ausgehörter Kontrast. Besonders schön das As-Dur-Trio des rhythmisch eigenwilligen Menuetts mit seinem durch markant gesetzte Sforzatis pathetisch gesteigerten Grundton. Kraft- und schwungvoll, aber trotzdem ungemein durchsichtig gespielt das besonders für die erste Violine virtuos glänzende Allegro-Finale mit einer furios gespielten Stretta.

Schuberts abschließendes posthumes Streichquartett "Der Tod und das Mädchen" wurde im wahrsten Sinne des Wortes zur interpretatorischen Offenbarung. Dieses Werk war ergreifend schön gespielt, mit beseelter künstlerischer Aussage. "Auch ein Verdienst des großartigen, ungemein diszipliniert mitgehenden Publikums, dessen innere Spannung sich auf den Musiker überträgt", versicherte Primarius Helge Rosenkranz. So erklang ein Schubert der Melodik, aber auch der Abgründe, in dem die Todesverzweiflung in jedem Takt spürbar wurde. Die Herausarbeitung aller motivischen Strukturen stand im Vordergrund, schmerzerfülltes Fortissimo, wo angebracht - nie distinguiert -, schlanke Tongebung voller Sensibilität und Expressivität in den morbiden Passagen, tiefgründige Virtuosität im Finale, genaue Befolgung der Vortragsnuancen im Kopfsatz. Im Ungemein intensiv und ausdrucksstark gespielten langsamen Variationensatz mit seinem Totentanzrhythmus lief es den Zuhörern kalt den Rücken herunter.

Großer und langanhaltender Beifall nach Sekunden der Ergriffenheit, und, quasi als Rückführung ins Leben aus den Fängen des Todes, zwei bezaubernd schön gespielte Zugaben: Ein Serenadensatz von Haydn, nach neuerer Erkenntnis wohl ein Werk des Benediktinermönches Roman Hofstetter, und ein schneller Divertimento-Satz von Mozart.


Salzburger Nachrichten | 21.04.1998 | Reinhard Kriechbaum
Unbekannte Gefilde
Das Mozart Quartett Salzburg spielt Czerny, Donizetti und Schubert

... Schuberts Quintett in C-Dur haben die vier... gemeinsam mit dem Cellisten Walter Nothas äußerst respektabel gemeistert, gut ausgehorcht in der Dynamik, duchwegs konturiert in den Mittelstimmen...

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